Forst

Wasser, Wald und Wein – Forst von den Anfängen bis heute

 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Bauern- und Häckerdorf Forst im Maintal im Jahre 1183. Aber „Forst liegt nicht am landschaftsprägenden Fluss zwischen  Haßfurt und Schweinfurt, sondern etwa 1.000 Meter am Hang anschmiegend, wohl einst umrahmt von Obst und Weinanbau.“

Das erste Dorf hieß „Vorst“, mit „V“ geschrieben, und lag ca. 1.000 Meter östlich, dort wo heute noch der Flurname „Alt Forst“ besteht. Dort, wo jetzt das Dorf Forst steht, soll früher nur eine Kapelle existiert haben.
Der Name „Vorst“ weist auf den lateinischen Begriff „forestis“ hin, über dessen genaue Klärung sich die Fachleute bislang nicht einig sind: Die dichte Bewaldung des neuen Siedlungslandes spielt sicher eine Rolle. „Forestis“ wird ferner verbunden mit dem Wildbann. Damit stehen wichtige hoheitliche Rechte  im Zusammenhang, wie Jagd, Holzschlag, Schweinemast, Viehweide und Fischerei. Und gerade letztere Bereiche könnten sich auf den Forster Raum beziehen, wie das Vorhandensein von „Seen“ vermuten lässt.Doch dass Forst schon weit vor der urkundlichen Erwähnung besiedelt war, zeigen Grabfunde aus der Zeit zwischen 800-1200 v. Chr. Zwei Gräber wurden freigelegt: Neben einigen Menschenknochen fand man zwei schöne bronzene Nadeln  und eine Armreif, die dem Grab beigelegt waren.

 


1183 bestätigte  Lueius III. dem Kloster Königsbreitungen (bei Bad Salzungen/ehem. DDR) dessen Besitz  „Vorste“ – möglicherweise unser Forst. Von kleinen Zwischenspielen abgesehen, lag die Herrschaft bis 1542 bei den Grafen von Henneberg. 1542 wurde der Fürstbischof von Würzburg neuer Landesherr in Forst.

Eine Erwähnung der Pfarrei geht auf das Jahr 1438 zurück, als das Recht zur Ernennung des Pfarrers (Patronat) beim Würzburger Stift Haug lag. Doch es gibt Hinweise darauf, dass eine Pfarrei schon weit vorher bestand. Der Kirchturm wurde möglicherweise bereits im 13. Jahrhundert erbaut;  somit ist das dem Heiligen Godehard geweihte Gotteshaus eine der ältesten Kirchen in Franken (eingeweiht am 07. Juli 1376 durch den Weihbischof Walter von Würzburg). Nach der Reformation bekam die Forster Pfarrei mit Greßhausen und Waldsachsen zwei Filialen.Während der schwedischen Besatzung im Dreißigjährigen Krieg wurde sie vom Pfarrer von Sennfeld versehen und war damit nach der Reformation zum zweiten Mal für kurze Zeit evangelisch geworden. Neben dem Turm aus der Echterzeit steht seit Beginn der 1970er Jahre ein neuer Kirchenbau mit zeltartigem Dach.

Das wohl älteste Haus in Forst ist der ehemalige Amtshof in der Hauptstraße 5, der 1567 errichtet wurde. Das ungefähr zur gleichen Zeit erbaute alte Rathaus in Forst (abgerissen in den 1950er Jahren wegen Baufälligkeit), beherbergte noch eine kerbschnitzverzierte Holzsäule und gusseiserne, mit biblischen Motiven verzierte Ofenplatten von 1663, die jetzt im Feuerwehrhaus aufbewahrt werden. Mit dem Rathaus ging das historische Zentrum verloren, noch heute aber stehen in der Dorfmitte einige schöne Fachwerkbauten, die den besonderen Reiz von Forst ausmachen.
 


(Matthias Kamm und Christian Schäder)


 

 

Publikationen (Auswahl)


-      Joachim Ahlborn / Norbert Kraus,  Forst im Wandel der Zeiten. I. Von den Anfängen bis 1542; II.

       Von 1542 bis zur Gegenwart, Schonungen 1984

 

Vgl. auch „Publikationen“ von  Schonungen

 

 

Links (Auswahl)


www.pfarrei-schonungen.de/bwo/dcms/sites/bistum/pfarreien/homepages/

pg_pv/pg_schonungen/index.html

http://www.schonungen.de/Gemeindeteil_Forst.html

            http://www.tsv-forst.de